Sonne, Speisen, Seide, Confluences et Résistance… für all das und noch mehr ist Lyon das Zentrum Frankreichs. Für den Französisch-LK der Q2 ging es in der Woche vor den Herbstferien in Begleitung von Elisabeth Esch-Wermeling, Eva Eßer, sowie 5 farbigen Löwen für 5 Tage in diese besondere Stadt, in der Tradition und Moderne aufeinandertreffen wie Saône und Rhône. Das Programm, welches die Schülerinnen und Schüler im Vorfeld selbst vorbereiteten, erwies sich als vielfältig und ließ keine Zeit für Langeweile.










Direkt am ersten Morgen begab sich die Gruppe bei einer Stadtführung auf die Suche nach den sogenannten Traboules (Verbindungsgängen zwischen den engen Gassen der Altstadt Vieux Lyon)und anderen historischen Sehenswürdigkeiten Lyons, wie das beeindruckende Rathaus aus dem XVII Jahrhundert. Anschließend erkundeten die Schülerinnen und Schüler das Viertel Croix Rousse, das ehemals die Hochburg für die lyonaisischen Seidenwebereien war und auch aufgrund der vielen kleinen und großen Kunstwerke an den Wänden bis heute einen Besuch wert ist. Auch kulinarisch sollte dieser Tag nicht enttäuschen, denn auch vor dem gemeinsamen Kochen am Abend ermöglichte ein Zwischenstopp während der Stadtführung das Probieren des typischen Pain Praliné, einem süßen Gebäck aus Briocheteig.





Am zweiten Tag widmete sich die Fahrt der dunklen Seite der Stadtgeschichte. Ein Besuch des Centre d’Histoire de la Résistance et de la Déportation, brachte die Geschichte Lyons während des zweiten Weltkrieges und der NS-Zeit näher und beleuchtete wichtige Persönlichkeiten des französischen Widerstands. Während der Besetzung der Stadt durch die Nationalsozialisten nach 1942, entwickelte sich Lyon zum Zentrum der französischen Résistance-Bewegung, deren Kopf Jean Moulin gegen Ende der Besatzungszeit im Militärgefängnis Montluc unter der Folter von Klaus Barbie, dem Chef der Gestapo inhaftiert war. Barbie, der auch als Schlächter von Lyon bekannt war und schließlich mehr als 40 Jahre später im Palais de Justice de Lyon als erster Mensch in Frankreich für Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, saß selbst im Zuge des Prozesses für eine Woche dort ein. Sowohl die Zellen von Jean Moulin als auch Klaus Barbie beeindruckten die Schülerinnen und Schüler zutiefst, denn sie sind bis heute erhalten.



Dort, wo Saône und Rhône in Lyon zusammenfließen, befindet sich das Quartier des Confluences, welches ganz im Gegensatz zum Vieux Lyon oder dem Croix Rousse viele moderne und teils experimentelle Hochhäuser beheimatet. Das architektonisch beeindruckende Musee des Confluences an der Spitze der Presqu’île (Halbinsel zwischen den beiden Flüssen) erreichte die Gruppe gleich zweimal: zu Land und zu Wasser. Eine Bootstour über die Saône mit musikalischer Begleitung von Ukulele und Livegesang durch den Tourguide stellte ein besonderes Highlight der Fahrt dar.







Einen würdigen Abschluss am vierten Abend bereitete das gemeinsame Abendessen in einem authentisch-libanesischen Restaurant direkt am Flussufer. Ein anschließender Treppenmarathon, der auf der Coline de la Fourvière endete bot einen malerischen Blick auf die bei Nacht beleuchtete Stadt direkt zu Füßen der Basilika.
On reviendra sûrement, merci beaucoup Lyon !
